Raus


Dokumentarfilm

Dokumentarfilm, D 2018, Regie, Buch, Schnitt: Matthias Wilfert, künstlerische Mitarbeit: Raphael Stolle, Kamera: Frank Amann, Ton/ Licht: Sebastian Ehrig, Produktion: Bellaria Film München (Kino, „Bester Dokumentarfilm“ Filmtage Hof 2018)

2014: Die 22 jährige Jenny wohnt bei ihrem Bap an einer vielbefahrenen Bundesstraße in Niederbayern. Gerade wird ihr Arbeitsvertrag als Viehtreiberin am Schlachthof nicht verlängert. Damit rücken ihre Träume von fremden Ländern und dem Führerschein in weite Ferne.

Ihre Mutter verließ die Familie früh, psychisch erkrankt. Jenny wuchs auf den Baustellen des Vaters auf, brach die Hauptschule ab­ und wurde zum Sorgenkind der Familie.

Ihre Schwester Nicole fürchtet, dass sich die Krankheit der Mutter auf Jenny überträgt. Für die ist jedoch ganz klar: das, was die Mam hat, ist nicht vererbbar. Sie wird sich zu nichts zwingen lassen, schon gar nicht von einem Mann. Da tritt der Nebenerwerbsbauer Andy in ihr Leben. Und mit ihm eine weitere Familiengeschichte.

Jenny zieht bei Andy ein und ist sicher, auf seinem Resthof den Platz ge­funden zu haben, der ihr zur Heimat werden wird. Ihr Bap und Nicole sind erleichtert. Schon bald ist von Heirat die Rede.

2016/17 kommt dann aber alles anders. Über Jenny wird schlecht geredet. Sie sei wie ihre Mutter und genüge nicht. Eine Hatz beginnt.

„RAUS“ ist eine mehrjährige Filmarbeit. Der Titel soll kein Appell und keine Frage sein. Bestenfalls ein Hinweis: Vorbei am Hindernis und raus aus der Verengung. Einen eigenen Weg finden. Mut.

„Heimat ist da, wo ich mich nicht erklären muss.“ J.G. von Herder